08. Januar 2013

Erfolgreiche Zusammenarbeit führt zu Entdeckung vielversprechender Kandidaten für die Krebstherapie

Antipsychotika in der Krebstherapie

Forscher des Helmholtz Zentrums München, des FMP in Berlin und zwei weiterer Institute finden Anti-Krebswirkung bei bekannten Antipsychotika.

Das Team um Daniel Krappmann vom Helmholtz Zentrum München publizierte in der Dezemberausgabe des renommierten Journals „Cancer Cell“ neue unerwartete Wirkungen zweier Antipsychotika auf eine schwere Form von diffus großzelligen B-Zell-Lymphomen. Die Grundlage für die Entdeckung dieser vielversprechenden Krebstherapie bestand aus einer engen Kooperation zwischen Partnern unterschiedlicher Forschungsinstitute.
Die Wirkung auf Lymphomzellen der beiden etablierten Substanzen, Mepazin und Thioridazin, wurde durch einen Screen von 18.000 Substanzen aus der ChemBioNet Sammlung der Screening Unit des Leibniz-Instituts für Molekulare Pharmakologie (FMP) entdeckt. Mepazin und Thioridazin hemmen beide die Protease MALT1 und führen zum Absterben von Lymphomzellen. Diese Ergebnisse konnten in ersten präklinischen Studien bestätigt werden, die in enger Zusammenarbeit des Helmholz Zentrums München, der Charité in Berlin und der Philipps-Universität Marburg entstanden.

 

Originalpublikation:

Nagel D. (2012), Pharmacologic Inhibition of MALT1 Protease by Phenothiazines as a Therapeutic Approach for the Treatment of Aggressive ABC-DLBCL. Cancer Cell, Volume 22, Issue 6, 11 December 2012. Pages 825–837

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